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„Therapeutisches Reiten“ – was ist das?

Ausgehend von dem Gedanken, die
therapeutische Arbeit mit den psychisch und psychosomatisch erkrankten,
sowie entwicklungsgeschädigten und behinderten Menschen zu verbessern und
dabei möglichst dem bio-psycho-sozialen Aspekt sowohl des Menschseins als
auch des Krankheits-Verständnisses und damit der Störung gerecht zu werden,
führe ich das therapeutische Reiten durch. Das entspricht sowohl dem
internationalen Trend auf dem Gebiet der tiergestützten Therapien im Sinne
der Rehabilitation als auch den Erfahrungen, die ich während der Ausübung
meines Berufes in der Psychiatrie und auf psychosomatischen Gebiet gemacht
habe.
Therapeutisches Reiten ist für
Menschen, die unter
-
Verhaltensstörungen,
-
psychischen und psychosomatischen
Erkrankungen leiden oder die mit
-
Konzentrations- und Lernproblemen zu
kämpfen haben, die
-
hyperaktiv oder behindert sind,
als begleitende Therapieform hervorragend geeignet!
So können Menschen mit dem „Therapiepartner Pferd“
- ihre innere Balance wieder finden,
- an ihrer Selbstwahrnehmung arbeiten,
- Ängste abbauen,
- Behinderungen überwinden oder ausgleichen.

Therapeutisches Reiten ist eine übergreifende, begleitende Therapieform, bei
der sich sensorisches, motorisches, emotionales, soziales und kognitives
Lernen und Verändern von Verhalten wie kaum bei einer anderen Methode eng
miteinander verbunden fördern lässt, mit dem Ziel einer systematischen
Weiterentwicklung der Persönlichkeit.
Ich verstehe unter Therapeutischem Reiten sowohl die aktive, übende
Einflussnahme auf das Pferd mit den entsprechenden psychophysischen
Auswirkungen auf den Menschen, als auch die passive Behandlungsform, bei der
vor allem die dreidimensionalen Schwingungsimpulse des Pferderückens sowie
die Beschleunigungs- und Zentrifugalkräfte als therapeutisch wirksame
Elemente genutzt werden.
Dabei kommen neben medizinisch-rehabilitativen auch
psychologisch-verhaltenstherapeutische Methoden und Techniken zur Anwendung.
In Zusammenarbeit mit den jeweiligen Angehörigen und Betreuern im
medizinisch-psychologischen Bereich wird für jeden Klienten ein
individueller, an den körperlich-geistigen und sozialen Gegebenheiten
festgemachter Therapieplan entwickelt und mit den entsprechenden möglichen
Therapiezielen im Rahmen der Reittherapie auch systematisch und
zielgerichtet umgesetzt.
Im Vorfeld erfolgt für jeden Klienten eine ärztliche Untersuchung, um evtl.
Kontraindikationen auszuschließen.
Das primäre Ziel des therapeutischen Reitens ist die verbesserte soziale
Integration über die Förderung
-
im sozial-emotionalen Bereich
-
im senso-motorischen Bereich
-
im kognitiven Bereich.
Zu 1:
Im sozial-emotionalen Bereich geht es vor allem um soziales Verhalten und
Gefühle im Umgang mit anderen und sich selbst.
Es geht um Abbau von Ängsten, Aggressionen, Aufbau von Vertrauen und
Selbstvertrauen und das sich daraus entwickelnde adäquate Verhalten im
sozialen Gefüge.
Dies kann vor allem über die Beziehungsaufnahme und Beziehungsgestaltung zum
Therapiepartner „Pferd“ realisiert werden. Das Pferd reagiert als soziales
Wesen und gibt über sein Verhalten entsprechende deutliche verständliche
Rückmeldungen.

Zu 2:
Im motorisch und sensomotorischen Bereich ist es mein Anliegen, den
Menschen ein gewisses Maß an Körperbewusstsein zu vermitteln und ihnen zu
helfen, sich selbst wahrnehmen zu können und zu lernen, ihre eigene Motorik
und Verhaltenssteuerung angemessen einzusetzen. Dabei sind die wesentlichen
Zielgebiete Gleichgewichts- und Koordinationsschulung, Abbau von motorischen
Auffälligkeiten und Defiziten, sowie Aufbau von Selbststeuerung. Außerdem
wird die Selbstwahrnehmung geschult und vertieft.

In diesem Bereich siedelt sich auch die gezielte neurophysiotherapeutische
Behandlung (Hippotherapie) bei spezifischen Krankheitsbildern wie z. Bsp.:
Infantile Cerebralparesen (ICP) und andere Paresen, Dystrophien, Spastik,
Hyperkinesen, Haltungsschwächen, spezifische Wirbelsäulenerkrankungen,
spezifische motorische Entwicklungsrückstände usw. an.

Zu 3:
Im kognitiven Bereich erfolgt die Förderung bereits über die Anweisungen,
die die Menschen verstehen und umsetzen sollen. Dazu gehören Aufmerksamkeit,
Konzentration, Umstellfähigkeit, Raumorientierung, Merkfähigkeit und
Gedächtnisleistungen, Verarbeitungs- und Steuerfähigkeit etc..
Über das Medium Pferd wird dabei eine Lernsituation geschaffen, die nicht
als Leistungserbringungs-Situation empfunden wird. Der Spaß und die
Freude, die die Menschen bei dieser Form der Behandlung haben, bringt eine
hohe Therapiemotivation mit sich, die sich dann gewinnbringend in allen
anderen begleitenden Therapien auszahlt.

Es lässt sich zusammenfassend sagen, dass sich beim Therapeutischen Reiten
sensorisches, motorisches, emotionales, soziales und kognitives Lernen und
Verändern von Verhalten wie kaum bei einer anderen Methode eng miteinander
verbunden fördern lässt, mit dem Ziel einer systematischen Weiterentwicklung
der Persönlichkeit.
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